Einer unserer letzten Stationen auf dieser Reise ist Honfleur. Dieses Fischerdorf liegt am südlichen Ufer der Mündung der Seine in den Ärmelkanal und ist von Norden kommend über die imposante Pont de Normandie, einer über 2 Kilometer langen Schrägseilbrücke, erreichbar.


Wir stehen bei diesem Trip auf dem städtischen Stellplatz, welcher mit 110 Plätzen (teilweise inkl. Strom) perfekt für einen Besuch des Fischerdorfes gelegen ist. Nur ein Hafenbecken trennt unser Platz von der Altstadt. Direkt hinter dem Stellplatz gibt es einen Seitenarm der Seine mit Park und Picknicktischen.


In nur 10 Minuten erreicht man zu Fuss das alte Hafenbecken, in dem sich die malerischen, schlanken Fischerhäuser spiegeln. Restaurants wechseln sich mit Antiquitätenläden, Galerien und Delikatessen-Shops ab. Es ist ein Genuss, hier entlang zu schlendern und sich treiben zu lassen.



Ein Highlight ist die Kirche Sainte Catherine, eine zweischiffige Seemannskirche aus dem 15. Jahrhundert ganz aus Holz, mit einem separaten Holz(Kirch-)turm. Es ist die grösste Holzkirche Frankreichs und mit Kastanienholzschindeln verkleidet.

Die ehemalige Kirche von Honfleur, die während des Hundertjährigen Krieges zerstört wurde, war ursprünglich aus Stein gebaut und wurde von Seeleuten wieder aufgebaut. Da Holz als Baumaterial billiger und weniger kompliziert zu beschaffen war, wurde das Gotteshaus vollständig aus Holz errichtet.

Sowohl innen als auch aussen ist diese Kirche wie eine Markthalle gebaut, deren Decke an einen umgedrehten Schiffsrumpf erinnert. Mit dem Bau des zweiten Kirchenschiffs sollte eine stetig wachsende Gemeinde untergebracht werden.

Eine weitere Besonderheit der St. Katharinenkirche ist es, dass der Glockenturm vollständig vom Rest des Gebäudes getrennt ist.

Im 19. Jahrhundert wurde Honfleur zum Zentrum künstlerischer Aktivitäten. Eugène Boudin, der Maler der normannischen Küstenlandschaften, wurde 1814 hier geboren. Maler wie Courbet, Sisley, Jongkind, Claude Monet, Pissarro, Renoir und Cézanne kamen an die Blumenküste und trafen sich oft in der Ferme Saint-Siméon, einem Bauernhof, der als eine der Geburtsstätten des Impressionismus gilt und heute ein stilvolles Hotel ist. Als Erbe davon reiht sich in der Innenstadt Galerie an Galerie.


Morgen nehmen wir dann unsere zweitletzte Etappe nach Verdun unter die Räder. Vielleicht reicht die Zeit dazu, auch über diese ausserordentlich schmucke Stadt ein kurzes Portrait zu schreiben.
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